FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM 2021

   

November

         
 7.11. 17:00   Zürich, Kunstraum Walcheturm


Doppel-CD-Taufe






Beide CDs sind 2020 erschienen und im Handel erhältlich.


Konzertprogramm:

Sebastian Gottschick (*1959)
Drei Gedichte und ein Dramolett von Robert Walser für Stimmen und Ensemble (2015-17)
(nach Henry Purcell, Melchior Vulpius, Johann Sebastian Bach, Richard Strauss, Richard Wagner u.v.a.)

I.   Die fünf Vokale (für Anna Viebrock)
II.  In dem Reisekorb oder Wäschekorb (für Anna Viebrock)
III. Ich wollt', ich hätte (für Anna Viebrock)
IV.  Die Jungfrau und der Befreier (für Lorenz Haas)

Charles Ives (1874-1954) 6 Lieder aus der neuen CD "Another Songbook"
Arrangement: Sebastian Gottschick

Ann Street, Remembrance, Maple Leaves, The Cage
The See’r, Grantchester

George Gershwin (1898-1937) Suite from Porgy and Bess
Arrangement: Sebastian Gottschick

I.    Bess You Is My Woman Now
II.   Buzzard Song
III.  It Ain't Necessarily So
IV.   Oh Bess
V.    Gone, Gone, Gone
VI.   My Man's Gone Now
VII.  I Want To Stay Here (I Loves You Porgy)
VIII. There's A Boat That's Leaving Soon For New York
IX.   Summertime

Anna Trauffer        Stimme, Kontrabass
Lorenz Haas          Stimme, Schlagzeug
Jeannine Hirzel      Sopran
Niklaus Kost         Bariton
Sebastian Gottschick Leitung

ensemble für neue musik zürich
Hanspeter Frehner    Flöte
Manfred Spitaler     Klarinette
Philipp Meier        Klavier
Daniela Müller       Violine
Nicola Romanò        Violoncello

 
         
         
19.11.
20.11.
21.11.
20:00
20:00
16:00
  Zürich, Kunstraum Walcheturm
Zürich, Kunstraum Walcheturm
Zürich, Kunstraum Walcheturm


ODYSSEE UA
Eine Abschiedsreise
von Jochen Neurath und Frank Düwel





ensemble für neue musik zürich
Hanspeter Frehner Flöten
Manfred Spitaler  Klarinetten
Viktor Müller     Klavier
Lorenz Haas       Schlagzeug
Daniela Müller    Violine
Nicola Romanò     Violoncello
Viviane Hasler    Sopran
Renate Berger     Mezzosopran
drei Kinderstimmen:
Emilie, Carla, Gabriele    
        
Jürg Henneberger  Leitung
Jochen Neurath    Komposition
Frank Düwel       Regie/Szene

Als Rückblick (Re-vue) auf das über 30-jährige Wirken des ensemble für neue musik zürich planen wir ein musiktheatrales Werk, in dem die Musiker des ensemble selbst die Darsteller ihrer Geschichte sind.
Angelehnt an Homers Odyssee entwerfen wir die Irrfahrten einer Gemeinschaft, die sich dem Ziel verschworen hat, die Neue Musik über alle Klippen hinweg als lebendige Kunst in unsicheren Gewässern zu zu erhalten.
Wie Homers Epos aus 24 Gesängen besteht, so werden hier in 24 Szenen einer Revue die Abenteuer unserer Helden erzählt. Jeder der Musiker hat seine eigene Version dieser Abenteuer. Aus Gesprächen mit den Mitwirkenden entwickeln wir die Stationen einer Reiseins Unbekannte, die vielleicht in Wahrheit gar kein Ziel kennt…
Die Musiker sind zwar Darsteller des Geschehens, werden aber nicht im herkömmlichen Sinn schauspielerisch eingesetzt. Das wesentliche Mittel der Erzählung ist die Musik selber, in der Jochen Neurath die Begebenheiten zu charakteristischen Klangkonstellationen verdichtet.
Mit lediglich angedeutetem Bühnenbild und durch einfache und klare Personenführung macht Frank Düwel diese musikalische Abfolge als Geschehen in Raum und Zeit erlebbar.

Die Stammbesetzung des ensemble (mit Dirigent) wird ergänzt durch zwei Sängerinnen, deren Rollen changieren zwischen Göttinnen, also Diven, Sirenen oder Mit-Musikern (bzw. Seeleuten…)
Des weiteren tauchen drei jugendliche Darsteller auf, die einerseits die Jugendzeit der Helden spiegeln, andererseits die jetzt junge Generation: Hoffnung und Aufbruch verkörpern sich in ihnen - wie im gesamten Wirken des ensemble.

         

PROGRAMM 2022

   

April

         
 7.04.
 8.04.
20:00
20:00
  Zürich, Kunstraum Walcheturm
Zofingen, Palass


Stöckli - Ustwolskaja - Neuman




Bild
Bild: Vera Mattmann


Bruno Stöckli: «Getönt» (1997) Neufassung
für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagzeug, Violine, Violoncello

Galina Iwanowna Ustwolskaja: «Sonate Nr. 4» für Klavier solo

Bruno Stöckli: «Souvenir» (2016) Neufassung
für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagzeug, Violine, Violoncello

Yoshua Neuman: „Klang aus der Steppe“ UA
für Flöte, Klarinette, Horn, Schlagzeug, Violine, Violoncello, Kontrabass

Bruno Stöckli: "Makadam" (2019) UA
für Flöte, Klarinette, Horn, Klavier, Schlagzeug, Violine, Violoncello, Kontrabass

ensemble für neue musik zürich
Hanspeter Frehner     Flöte
Manfred Spitaler      Klarinette
Aurélien Tschopp      Horn
Viktor Müller         Klavier
Lorenz Haas           Schlagzeug
David Sontòn-Caflisch Violine
Nicola Romanò         Violoncello
Daniel Sailer         Kontrabass

Bruno Stöckli         Leitung



Bruno Stöckli (1960) studierte am Konservatorium Zürich (Horn) und absolvierte die Ausbildung zum Kapellmeister an der Musikhochschule Basel. (Unterricht bei Antal Dorati, Horst Stein, Lothar Zagrosek, Ralph Weikert u.a.) Er studierte Komposition bei H. U. Lehmann und nahm an Kompositions-Workshops von Mauricio Kagel und Luciano Berio teil. Viele Jahre arbeitete er mit dem Ensemble für neue Musik, Zürich zusammen und leitete daneben das Ensemble Theater am Gleis TAG in Winterthur. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit leitet er heute das Orchester der Stadt Burgdorf und unterrichtet an der alten und neuen Kantonsschule in Aarau, sowie an diversen Musikschulen. Lebt und arbeitet in Lenzburg.
 B.S.

Mit Bruno Stöckli arbeiten wir seit 1990 als Dirigent zusammen und wir haben seit 1994 9 Werke von ihm uraufgeführt. Makadam wird die zehnte UA sein. HPF



GETÖNT (1997), 8 Albumblätter

1. Qin
Die Qin ist eine alte chinesische Griffbrettzither. Sie war das klassische Instrument der Gelehrten, Maler und Dichter. Die Zartheit ihres Tones vermag sich nur schwer durchzusetzen, daher zielt sie weniger auf äußerliche Wirkungen, sondern war seit jeher für die private Meditation gedacht. Eine ihrer Besonderheiten sind die „leeren“ oder „stillen“ Töne: Nachdem ein gegriffener Ton auf der Saite angeschlagen worden ist, gleitet der Greiffinger zur Position des neuen Tones, der aber ohne weiteren Anschlag erklingt. Je länger ein solches Glissando dauert, desto leiser werden die Töne, bis sie schon nach dem dritten Ton unhörbar werden. Der Spieler fühlt also die Töne nur noch mit seinen Fingern und hört sie innerlich weiter.

2. (Ohne Titel)
Zwei Albumblätter für Yaoshan Weiyan
Als der hohe Beamte Li Ao den Zen-Meister Yaoshan Weiyan (751-834) in seiner Einsiedelei im Wald besuchte und um Unterweisung bat, ignorierte dieser den illustren Gast völlig. Derartig provoziert, äußerte der ungeduldig gewordene Würdenträger respektlos: „Euer Antlitz zu sehen ist weniger eindrucksvoll als euren Namen zu hören.“ (Yaoshans asketischer Körper war dürr wie der eines Kranichs.) Darauf erwiderte der Zen-Meister gelassen: „Wie könnte es Euch gelingen, das Auge zu verachten und das Ohr zu preisen?“ Li Ao verneigte sich beeindruckt und fragte: „Welches ist der rechte Weg {zur Erleuchtung}“? Yaoshan, hinter einem Steintisch sitzend, auf dem eine Vase mit einem blühenden Pflaumenzweig stand, antwortete, indem er mit einem Finger nach oben zeigte und mit der anderen Hand nach unten wies. Doch der Beamte verstand das seltsame Deuten nicht, so dass der Zen-Meister schließlich hinzufügte: „Die Wolken sind am Himmel, das Wasser ist in der Vase.“

3. Das Wasser ist in der Vase

4. Die Wolken sind am Himmel

5. Junkus effusus (Flatterbinse)
Aus dem starr aufrecht gewachsenen, jedoch elastischen Stängel sprießt als Blütenstand seitwärts eine zierliche Spirre, die wie ein Fähnchen flattert, wenn der Wind durch das Büschel fährt.

6. Gruss an Anton Webern
Anton Webern (1883-1945): österreichischer Komponist und unangefochtener Meister musikalischer Aphoristik.

7. Wolsmusik
Wols (1913-1951) war ein deutsch-französischer Maler und Fotograf. Er gilt als wichtiger Wegbereiter des Tachismus und des Informel. Seine Mischtechniken (insbesondere die „Grattage“, das Kratzen in die noch feuchte Farbe), haben mich zu einem akustischen Bild inspiriert.

8. Augenblick



SOUVENIR (2016)
Im Verlauf von Edgard Varèses Hyperprism taucht ein Akkord auf, der mich für längere Zeit beschäftigte. Jedoch nicht der Akkord an sich fesselte meine Aufmerksamkeit – seine Struktur ist nicht besonders interessant – vielmehr ist es die Art und Weise seines Auftauchens, die Unmittelbarkeit, mit der er – wie viele Klangobjekte in Varèses Musik – in das zeitliche Gefüge eintritt: als reine Präsenz sozusagen, wie ein Meteorit, der scheinbar ohne Herkunft in die Ebene der Zeit einschlägt und der in Souvenir einen Echo-Raum findet: so zu Beginn in vielfacher Wiederholung – die Erinnerung der Erinnerung der Erinnerung – bis allmählich ein komplementäres Element das statische Geschehen belebt und mit seiner ornamentalen Gestik überwuchert; so im zweiten Teil, wenn unser Akkord ein neues harmonisches Material generiert oder im dritten Teil seine homophone Struktur in Figurationen auflöst.



MAKADAM (2019)
Makadam: Straßenbelag, bestehend aus 3 Schichten verdichtetem Schotter mit verschiedenen Korngrößen, nach dem Erfinder, John Loudon McAdam (1756-1836) benannt.



Joshua Neuman wurde von Schostakowitsch als Schüler abgelehnt.
Er sammelte aber Handschriften seiner zeitgenössischen Komponisten: Skizzen, Partiturentwürfe, Kneipenrechnungen, alles, was die Kollegen nicht mehr brauchten.

In den 70ern, die genaue Jahreszahl lässt sich anhand der wenigen vorhandenen Dokumente nicht mehr ermitteln, wurde er wegen vorgeblicher Schizophrenie mit gemeingefährlichen Anteilen in ein Lager in Krasnojarsk (Sibirien) verbracht.
Dort schrieb er in wildem Eifer die mitgebrachten Werke seiner Kollegen wieder und wieder ab, veränderte hier und dort Details, gab den Stücken andere Titel, und eignete sich so in einer Weise, die in erstaunlicher Weise dem gleichzeitig in den USA entstehenden Re-enactment gleicht, die Erfindungen anderer Künstler an.
Unter ungeklärten Umständen wurde er, vermutlich von Mitinsassen seines Lagers auf grausame Weise zugerichtet, in den frühen Morgenstunden eines nebligen Herbsttages kopflos aufgefunden.

Seine Habseligkeiten wurden dem einzig auffindbaren Verwandten, einem Cousin zweiten Grades, überstellt, der bis zu seinem Tod mit den Papieren seinen Ofen heizte.
Mit der nach der Glasnost einsetzenden Erforschung der sowjetischen Psychiatrie-Geschichte wurden auch die wenigen noch auffindbaren Handschriften Neumanns gesichtet und in den kunsthistorischen Kontext eingeordnet.
Aufführungen seiner „Werke“ sind weiterhin selten, und finden meist im Rahmen wissenschaftstheoretischer Kongresse statt.

 
         

August

         
27.08. 16:00   Giornico, La Congiunta


Hommage à Josephsohn
Version VII


 
         

Dezember

         
 2.12. 20:00   Zürich, Florhof grosser Saal


Wir feiern den 85. Geburtstag von Kit Powell




eine Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble Zürich

Peter Siegwart/Leitung
 
         
20. September 2021
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