FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM



22.06.2019  17:30  Winterthur, Villa Sträuli

     MUSICA APERTA 20. JUBILÄUM

1. Konzert Version 1
2. Konzert Version 2


ensemble für neue musik zürich
Hanspeter Frehner - Flöte
Manfred Spitaler - Klarinetten
Daniela Müller - Violine
Nicola Romanò - Violoncello
Marco von Orelli - Trompete

Trios für variable Besetzung von Junghae Lee (Korea/Basel), Rudolf Kelterborn (Basel), Ralf Hoyer (Berlin), Cecilia Villanueva (Buenos Aires), Lukas Stamm (Luzern), Susanne Stelzenbach (Berlin), Martin Daske (Berlin)

7 Uraufführungen der 7 Aufträge von musica aperta - das sieht zunächst nach einem typischen Jubiläumsprogramm aus. Aber das spezielle ist, dass die Trios für variable Besetzungen geschrieben werden, und dass jedes Stück zwei- oder dreimal gespielt wird, in verschiedenen Besetzungen, die von den Interpreten gewählt werden - im Sinne ihrer kreativen Einbindung und stärkeren Mitbeteiligung am Erklingenden. Besonders prägnant wird dies sein, wenn grafische, verbale oder sonstwie unkonventionelle Notationen verwendet werden und wenn Marco von Orelli, der primär in der Improvisationsszene beheimatet ist, einen Part spielt. Der Hörer andererseits erfährt das gleiche Trio quasi aus verschiedenen Perspektiven, kann das Potential der Komposition erkennen.
Wir haben KomponistInnen ausgewählt, die in verschiedenen Beziehungen zu musica aperta stehen, die aus verschiedenen (Welt)-Gegenden stammen, verschiedene Stile und Generationen (geb.1931 bis 1994, also fast drei Generationen) repräsentieren. Und es freut uns sehr, dass alle zugesagt haben. Zwischen den beiden Konzerten wird ein Apéro riche serviert werden.

In Junghae Lees Verwandtschaft geht es darum, wie ein Interpret ein musikalisches Ereignis auffasst, nach individuellen Empfindungen formt und als eigene Interpretation an die andern weitergibt.

Rudolf Kelterborn (1931) schreibt zu seinem CHEMIN FANTASQUE: "Für mich war das Komponieren dieses kleinen Stücks äusserst anregend und spannend – und mit einem für mich ungewöhnlichen Zeitaufwand verbunden."

Lukas Stamm (1994) komponiert in objects in mirror are closer than they appear 17 Spiegelungen des ursprünglichen Klangobjekts. Von den Interpreten werden drei bis fünf dieser Spiegelbilder ausgewählt. Dadurch entsteht eine Vielfalt von Besetzungen und Kombinationen, ein musikalisches Spiegelkabinett.

Ralf Hoyers TrioTrio ist eine 3-stimmige Komposition für unterschiedliche Besetzungen, die den Interpreten ein großes Maß an improvisatorischen Freiheiten lässt. Jeder Instrumentalist spielt aus einer Einzelstimme und soll diese als einen Solo-Part betrachten. Gleichwohl bleibt das Aufeinander-Hören die Grundlage für eine gelungene Aufführung.

Martin Daske nennt im Titel Tinguelytude No. 5 die Inspirationsquelle seiner Werkreihe. Als Gegenpol zur variablen Besetzung steht die Konstante der Elektronik, komponiert aus Audioaufnahmen von Tinguelys Werken.

Für die Argentinierin Maria Ceclia Villanueva ist die Austauschbarkeit der Instrumente zugleich Einschränkung - so etwa in der Gestaltung der Klangfarben und beim Tonumfang - wie auch Inspiration zur Weiterentwicklung, indem sie Melodien auf verschiedene Stimmen aufteilt und die Musiker ihren Spielort tauschen lässt.

Susanne Stelzenbach schreibt: "AUF DÜNNEM EIS steht für eine instabile Situation. So geraten im Verlauf des Stückes leise, zerbrechliche Klänge und Geräusche ins Wanken und durchlaufen zum Teil chaotische Situationen. Nach mehreren Versuchen sich zu stabilisieren, gelingt eine Beruhigung, die dem Anfang gleicht und doch anders ist."



12. Juli 2019
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