FÜR NEUE MUSIK ZÜRICH
Programm

PROGRAMM 2017

   

September

         
 6.09.
12.09.
13.09.
20:00
20:00
20:00
  Luzern, Neubad
Zürich, Kunstraum Walcheturm
Zürich, Kunstraum Walcheturm

„so nicely brightly“
von Mathias Steinauer (1959)




Hören, sehen, verdrängen, träumen, aber auch manipulieren und absichtsvolles Verbergen. Das Fokussieren auf nicht ausschliesslich hörende Wahrnehmung zieht sich wie ein roter Faden durch einen Teil meiner Werke der letzten Jahre....so nicely brightly..., die legendäre Nina Hagen Songzeile aus "TV Glotzer" (...ist alles so schön bunt hier...), trifft den Kern dieser Auseinandersetzung präzise. Zusätzlich zur zentralen Wahrnehmung des Hörens ertastet meine Musik kombinierte Bereiche des Hörens und Sehens. Sie versucht sich möglichst verlustlos an Installativem, Theatralem und Cineastischem. Drei Ensembles und zwei Solisten beteiligen sich an dieser monografischen Auseinandersetzung aktuellen Verführens und Verführt-werdens: das "Ensemble für Neue Musik Zürich", "Ums n'Jip" und "Stones4Cinema". Mathias Steinauer

Phantasos - oder "Pavarotti's Traum*", op. 16 (1999)
für Flöte solo

7 letzte Mahlzeiten Op.28 (2013)
Aufzeichnung 11 des königlich bayrischen Henkers Bartholomäus Ratzenhammer für Blockflöte(n) und Tenor
(...sowie verschiedene akustische und visuelle Zutaten)

con sordino - fadenscheinig op.25 (2010) eine klang-installative Projektionsfläche für Klarinette solo

Stones4Cinema:
Tongue of the Hidden (David Anderson / Florian Ghibert / Jila Peacock, 2007)
Look (Justine Klaiber/Jane Mumford, 2012)
Anamorphosis (oder De Artificiali Perspectiva, Quay Brothers, 1991)


so nicely brightly op.30 (2014/15)
ein hypnotisches Lichtspieltheater für acht Instrumente und Projektionen
1. Kaleidosop
2. A part of the flock

Champ de mai (2000/02)
aus "La dimensione dello strappo" op.18

ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner    Flöte
Manfred Spitaler      Klarinette
Viktor Müller         Klavier
Philipp Meier         Klavier
Lorenz Haas           Schlagzeug
Annina Wöhrle         Violine
Nicola Romanò         Violoncello
Sergej Tchirkov       Akkordeon
Murat Cevik           Flöte solo
Mathias Steinauer     Video
Sebastian Gottschick  Leitung

UMS ’n JIP
Ulrike Mayer-Spohn    Recorders & Electronics
Javier Hagen          Voice & Electronics.

Stones4Cinema
Matthias Brodbeck, Dominik Dolega, Felix Perret, Mathias Steinauer (Steinklanginstrumente, Fender-Rhodes und Percussion)





         

November

         
24.11.
25.11.
26.11.
20:00
19:00
20:00
  Berlin, Acker Stadt Palast
Hamburg, Freie Akademie der Künste
Köln, Alte Feuerwache

ZUHOEAN
von CHRISTOPH COBURGER
und SEBASTIAN GOTTSCHICK




ensemble für neue musik zürich

Hans-Peter Frehner   Flöten
Manfred Spitaler     Klarinetten
Viktor Müller        Klavier
Daniela Müller       Violine
Nicola Romanò        Violoncello
Lorenz Haas          Perkussion
Anna Trauffer        Stimme

Sebastian Gottschick Leitung

Raum Zeitung Liebe Jahrzehnt Gegend Eigentum Schlaf Poesie Arbeit Reise
Größe Leben Klappe Mensch Wüste Eigenart Weg Kind Unwucht ZUHOEAN
Anspruch Ballung Gehen Kritik Sachen Moment Rede Tuch Film Welt
Punkt Stellung Haufen Wirkung Kahn Wendung Handel Vater Bahnfahrt Zustand
Öffnung Ende Zeit Straße Abend Haut Wert Fall Schwarz Wort.

Eine Frau sitzt am Tisch in der Nähe eines großen Kühlschranks und übt und schreibt und baut für ihre ZUHOERA. Sie schmiert und isst und schreibt und spielt und läuft und singt was das Zeug hält. Kein Bach, Gottschick, Purcell, Schaufelberger, Vulpius, oder Coburger ist vor ihr sicher. Gestochert wird mit der Stimmgabel in abgelaufenen Walsergedichten - Pudding. Die Eieruhr klingelt verspätet - Garstedter Dämmerung. Schneiden tut unser Goldstück alles, was das Klavier verändert - Toast Hawaii. Licht kommt aus dem Theaterhimmel - Grand Vin de Bordeaux. Das begabte Kind blättert sich durch das Klanggestrüpp der modernen Moderne und findet Schnipsel, Scherzi, Bauten, Blasmusiken, Fragmente, Kanons, heiße Luft, schnelle Veränderungen, hohe Stimmen, morsche Stücke, flotte Trios, und Haufen von Quintparallelen nach Texten von Dichtern und ohne solche. Seien Sie öffentlich. Werden Sie Mitglied. Lassen Sie sich verändern.

*

Angeblich wächst die Sentimentalität mit dem Alter, aber das ist Unsinn.
Mein Blick war von Anfang an auf die Vergangenheit gerichtet.
Als in Garstedt das Strohdachhaus abbrannte, als meine Mutter mir
die Buchstaben erklärte, als ich Wachsmalstifte zur Einschulung bekam
und als ich in der Voliere die Fasanenfedern fand, immer dachte ich zurück,
und immer wollte ich Stillstand, und fast jeden Morgen hoffte ich,
die schöne Dämmerung würde sich noch einmal wiederholen.





         




         

Dezember

         
18.12.
19.12.
20.12.
21.12.
20:00
20:00
20:00
20:00
  Zürich, Millers
Zürich, Millers
Zürich, Millers
Zürich, Millers

CHRISTMAS CAROL
Charles Dickens
Eine Weihnachtsmusik für Instrumentalensemble und einen Action-Zeichner
Mehr Infos

Walther Giger      Musik
Ulrich Scheel      Comix Szene

ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner  Flöte
Manfred Spitaler    Klarinette
Viktor Müller       Klavier
Lorenz Haas         Schlagzeug
Sebastian Gottschick  Violine
Nicola Romanò       Violoncello

Ulrich Scheel




A Christmas Carol
eine Weihnachtsmusik für Instrumentalensemble und einen Action-Zeichner
von Walther Giger
A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas (ein Weihnachtslied in
Prosa oder eine Geistergeschichte zum Christfest) ist eine Erzählung von Charles
Dickens. Sie handelt von Ebenezer Scrooge, einem alten, grantigen Geizhals, der in einer
einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und
dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu
ändern.
Meine Komposition für sechs Instrumente verstehe ich als Tonspur zu einem imaginären
Stummfilm. Sie gibt in fünf Sätzen meine Eindrücke des Grotesken, nächtlich
Geisterhaften und die feierlich melancholische Atmosphäre in Dickens‘s Erzählung wieder.
Die Musik zitiert und entwickelt sich aus Stantipes (Stampftanz), englischer Fanfare und
Kirchenchoral im formalen Spannungsfeld zwischen rezitativischer Stagnation und
rhythmisch tänzerischer Stringenz.
Der Illustrator Ulrich Scheel visualisiert live die Erzählung von Dickens, zeichnet simultan
Bildsequenzen zur gespielten Musik. Auch er inspiriert sich an der literarischen Vorlage,
setzt sie frei assozierend in Form eines Szenenbuches (Storyboards) um.
Er ist auch improvisierender Mitmusiker mit der Feder als Instrument, er reagiert auf
musikalische Momente, Klänge, Rhythmen, und zeichnet beispielsweise den Musiker, der
gerade eine auffällige Passage spielt, an die Seite einer literarischen Figur.
Beide Medien, die Musik, das Visuelle bewegen sich im gleichen Zeitraum, schaffen
Analogien, ohne aufeinander angewiesen zu sein. Es ist auch nicht die Idee, dass das
Visuelle die Stimmung der Musik (oder umgekehrt) „abbilde“. Und doch enststeht eine
funktionale und inhaltliche Verbindung zwischen Bild und Musik, die sich bei jeder
Aufführung anders manifestiert.
         

PROGRAMM 2018

   

März

         
 1.03.
 2.03.
 3.03.
 4.03.
 8.03.
10.03.
20:00
20:00
20:00
18:30
20:00
19:30
  Zug, Gewürzmühle
Zürich, Kunstraum Walcheturm
Zürich, Kunstraum Walcheturm
Luzern, Sousol
Ilanz, Cinéma Sil Plaz
Pfungen, Ortschafft

Hello Mellow Tone
Philipp Schaufelberger





Insgeheim träumt jeder Jazzmusiker vom Soloalbum "with Strings"!
Ist vielleicht die Carte Blanche für einen Abend mit dem ENMZ die langersehnte Chance?
Per Hausbesuch werden die Ensemblemitglieder zu Ihrem jeweiligen Lieblinsstück von Duke Ellington befragt, ein versierter Trommler womöglich dazugemietet.
Dann ist doch alles nicht so einfach. Während die Arrangements fürs Ensemble anfänglich nicht recht zum Swingen kommen, im Verlauf des Abends aber an Charme gewinnen, verheddert sich der zunächst noch eloquent wirkende Gitarrist zusehends im Dschungel des Neue-Musik-Vokabulars.
Eine konzertante Erforschung der Abgründe zwischen Wunsch und Wirklichkeit auf der Folie von Flauberts "Bouvard et Pécuchet", den Urvätern grandiosen Scheiterns.
Zwischen alldem hört man gelegentlich den Bus an der Haltestelle vorm Haus des Flötisten abfahren. Noch ein verpasster Anschluss!

ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner     Flöte
Manfred Spitaler       Klarinette
Viktor Müller          Klavier
Lorenz Haas            Perkussion/Voice
Sebastian Gottschick   Violine/Viola
Nicola Romanò          Violoncello
Christian Wolfarth     Perkussion
Philipp Schaufelberger E-Gitarre/Komposition







         

April

         
14.04.
21.04.
20:00
22:00
  Biel, La Voirie
Odessa, Festival 2D2N

Hello Mellow Tone
Philipp Schaufelberger





Insgeheim träumt jeder Jazzmusiker vom Soloalbum "with Strings"!
Ist vielleicht die Carte Blanche für einen Abend mit dem ENMZ die langersehnte Chance?
Per Hausbesuch werden die Ensemblemitglieder zu Ihrem jeweiligen Lieblinsstück von Duke Ellington befragt, ein versierter Trommler womöglich dazugemietet.
Dann ist doch alles nicht so einfach. Während die Arrangements fürs Ensemble anfänglich nicht recht zum Swingen kommen, im Verlauf des Abends aber an Charme gewinnen, verheddert sich der zunächst noch eloquent wirkende Gitarrist zusehends im Dschungel des Neue-Musik-Vokabulars.
Eine konzertante Erforschung der Abgründe zwischen Wunsch und Wirklichkeit auf der Folie von Flauberts "Bouvard et Pécuchet", den Urvätern grandiosen Scheiterns.
Zwischen alldem hört man gelegentlich den Bus an der Haltestelle vorm Haus des Flötisten abfahren. Noch ein verpasster Anschluss!

ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner     Flöte
Manfred Spitaler       Klarinette
Viktor Müller          Klavier
Lorenz Haas            Perkussion/Voice
Sebastian Gottschick   Violine/Viola
Nicola Romanò          Violoncello
Norbert Pfammatter     Perkussion
Philipp Schaufelberger E-Gitarre/Komposition







         

Mai

         
17.05.
29.05.
20:00
20:00
  Zürich, Walcheturm
Luzern, Neubad

Junge Komponistinnen und Komponisten
Anda Kryeziu und Lukas Stamm


Anda Kryeziu


Lukas Stamm
         

Juni

         
 1.06.
 3.06.
20:00
20:00
  Zofingen, Palass
Schaffhausen, Haberhaus

Junge Komponistinnen und Komponisten
Anda Kryeziu und Lukas Stamm


Anda Kryeziu


Lukas Stamm
         
8. August 2017
© ensemble für neue musik zürich, Gutstrasse 89, CH-8055 Zürich
T +41 (0)44 383 81 81, M +41 (0)79 207 55 92
info(at)ensemble.ch, www.ensemble.ch//